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Wohnen am Park: Ministerium lobt Planung als vorbildlich – Baubeginn für das Frühjahr 2027 anvisiert

Die Entwicklung des Quartiers „Wohnen am Park“ auf der ehemaligen Mannesmann-Industriebrache im Ortszentrum nimmt entscheidend an Fahrt auf. Anfang August wurde der Bauantrag für das erste Hochbauprojekt im neuen Quartier offiziell eingereicht und wird nunmehr vom Kreis Soest „mit Hochdruck“ bearbeitet.

Ministerium lobt städtebauliche Qualität

Zuvor hatte das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung (MHKBD) des Landes Nordrhein-Westfalen die Planungen Ende Juni Rahmen einer Präsentation im Beisein von Kreisvertretern ausdrücklich als städtebaulich vorbildlich gelobt. Die Umsetzung des Bebauungsplans erfolgt abschnittsweise und sieht entlang der Haupterschließungsstraße eine klare, am Straßenverlauf orientierte Architektur vor. Ergänzende Gebäude in zweiter Reihe sollen kleinere, hofartige Wohnbereiche bilden, wobei wichtige Ost-West-Sichtachsen und damit ein betont offener Quartierscharakter erhalten bleiben.

Baulicher Auftakt: Fokus auf Familien und Wohnqualität

Den baulichen Auftakt macht das Baufeld A im nördlichen Bereich. Zunächst wird hier das rückwärtige Gebäude A2 errichtet, das neun Wohnungen mit einer Größe von jeweils rund 65 Quadratmetern bietet. Neben 14 zugeordneten Stellplätzen ist ein transparent verglastes Treppenhaus auf der Nordseite das markanteste Merkmal dieses Baus, wodurch ein heller, offener und einladender Eingangsbereich entsteht. Anschließend folgt in Richtung der Straße das Gebäude A1. Mit sechs großzügigen Wohnungen von je circa 95 Quadratmetern ist dieses Haus dank zweier Kinderzimmer pro Wohneinheit explizit familienfreundlich konzipiert.

Das architektonische Konzept der Genossenschaft legt generell größten Wert auf Wohnqualität: Die Einheiten orientieren sich überwiegend nach Süden und Westen. Dort sorgen versetzt angeordnete Loggien und überdachte Terrassen für optimalen Wetterschutz und die nötige Privatsphäre. Auf der nördlichen Erschließungsseite lassen spezielle Lichtbänder das Tageslicht in die Wohnungsflure fließen, ohne unerwünschte Einblicke von außen zu gewähren.

Kommunale Kontrolle durch Genossenschaftsmodell

Für die Gemeinde und die neu gegründete „Kommunale Wohnungsgenossenschaft Wickede (Ruhr) eG“ markiert der Bauantrag einen maßgeblichen Meilenstein. Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Alexander Heine betont die Tragweite der jüngsten Entwicklungen: „Mit dem Genossenschaftsmodell behalten wir die Kontrolle über unsere Ortskernentwicklung. Das ausdrückliche Lob des Bauministeriums bestätigt unseren eingeschlagenen Kurs. Als neue lebendige Mitte wird das künftige Wohnquartier ‚Am Park‘ entscheidend dazu beitragen, unsere Gemeinde noch attraktiver zu machen und dringend benötigten Wohnraum zu schaffen.“

Klimaschutz und soziale Durchmischung

Neben der Bauqualität stehen Klimaschutz und soziale Durchmischung im Zentrum des Vorhabens. Ein Teil der insgesamt circa 100 Wohnungen im Quartier soll im öffentlich geförderten Sektor entstehen, um bezahlbaren Wohnraum für alle Einkommensschichten zu garantieren. Energetisch strebt die Genossenschaft durch den Einsatz von Photovoltaikanlagen und modernen Wärmepumpen einen hochgradig effizienten Gebäudebetrieb auf dem Niveau eines bilanziellen Nullenergiegebäudes an.

Michael Kirchner, geschäftsführender Gesellschafter der beteiligten Pyramis Immobilien Entwicklungs GmbH und Genossenschaftsvorstand, zeigt sich vom Gesamtkonzept überzeugt: „Wickede hat mit diesem Projekt das absolute Potenzial, zu einem Leuchtturm für nachhaltige Stadtentwicklung in Südwestfalen zu werden. Wir schaffen hier nicht nur Wohnraum, sondern ein lebendiges, zukunftssicheres Quartier mit extrem hoher Aufenthaltsqualität.“

Damit dieses zukunftssichere Wohnen für jede Generation zugänglich ist, wird die gesamte Anlage – vom Grundstück über das Treppenhaus bis in die Abstellräume und auf die Balkone – konsequent schwellenlos und barrierefrei errichtet. Auch die Mobilitätswende wird baulich direkt mitgedacht: Neben ausreichenden Flächen für spezielle Lastenräder werden bereits Leerrohre für E-Ladestationen an den Stellplätzen verlegt; punktuell wird zudem die sofortige Installation erster Ladepunkte geprüft.

Die nächsten Schritte bis zum Baubeginn

Während das Planungsbüro postwelters + partner aktuell noch eine finale Anpassung des Bebauungsplans im vereinfachten Verfahren vorbereitet – hierbei geht es primär um die formelle Umwidmung von Parkflächen und die Neupositionierung einer Fußwegerampe –, sind die nächsten Etappenziele bereits klar definiert. Zeitnah folgt der Förderantrag für den sozialen Wohnungsbau, um möglichst noch in diesem Jahr die finanzielle Zusage des Landes zu sichern. Die Erschließungsarbeiten auf der Industriebrache sollen noch im Herbst 2026 starten, bevor im Frühjahr 2027 die Hochbauarbeiten für das neue Vorzeigequartier endgültig beginnen.

Bürgermeister Alexander Heine mit der Planung für das Quartier „Wohnen am Park“: Für das Frühjahr 2027 ist der Baubeginn für das erste Gebäude anvisiert.
Durch das markante, lichtdurchflutete Treppenhaus entsteht ein heller und freundlicher Eingangsbereich. Illustration: Pyramis GmbH