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Ein Teil mehr im Einkaufswagen kann viel bewirken

Es ist geschäftig an diesem Dienstagmorgen im Enser Warenkorb. Kisten werden sortiert, Lebensmittel in die Auslagen gelegt. In wenigen Stunden werden Menschen Schlange stehen. Weil sie hier bekommen, was sie sich sonst kaum leisten können: Lebensmittel.

Viele Kinder betroffen

Wickedes Bürgermeister Alexander Heine ist am Dienstag nach Ense gefahren, um sich selbst einen Eindruck von der Einrichtung zu machen, die auch viele Wickedern nutzen. Rund 200 – zumeist vertraute – Gesichter versorgt der Enser Warenkorb Woche für Woche. Fast jede dritte Person kommt aus Wickede. Besonders betrüblich: Unter den Kunden sind viele Familien mit insgesamt 87 minderjährigen Kindern und Jugendlichen.

Damit der Warenkorb funktioniert, braucht es vor allem eines: Engagement. 14 Frauen kümmern sich um die Ausgabe der Lebensmittel in dem kleinen Ladenlokal am Kirchplatz in Ense-Bremen, begrüßen die Besucher und behalten den Überblick. Darüber hinaus sind zwölf Fahrer regelmäßig in der Region unterwegs, sammeln Spenden bei Supermärkten und Unterstützern ein. Das Netzwerk ist groß, stößt aber gleichwohl an Grenzen. Die Lebensmittelspenden reichen oft nicht aus, weshalb Monat für Monat für rund 1000 Euro zusätzlich Produkte wie Mehl, Öl oder Zucker zugekauft werden, um die Versorgung sicherzustellen.

„Eigentlich dürfte es das gar nicht geben“

„Es läuft eigentlich ganz gut“, sagt Vorsitzende Doris Keysselitz nicht ohne Wehmut. „Eigentlich dürfte es Einrichtungen wie diese gar nicht geben.“ Aber es gibt sie. In Ense seit nunmehr 16 Jahren. Damals wie heute gilt: Auch hier gibt’s nichts umsonst. Wer hier einkaufen möchte, braucht einen Berechtigungsschein vom Sozialamt oder der Agentur für Arbeit – und zahlt dann einen symbolischen Beitrag pro Einkauf: Ein Euro für eine Person, 1,50 Euro für zwei Personen und zwei Euro für Haushalte ab drei Personen.

Abgabestelle im KaDeWi

Bürgermeister Alexander Heine ist nicht mit leeren Händen gekommen, hat 30 Streifen Streuselkuchen für die Kunden mitgebracht. „Wir müssen uns alle stärker ins Bewusst sein rücken, dass es für immer mehr Menschen keine Selbstverständlichkeit ist, einen Einkauf frei zu planen und sich vielleicht auch mal etwas zu gönnen. Jede und jeder von uns kann diesen Menschen helfen.“ In der Gemeinde Wickede finden regelmäßig Spendenaktionen etwa von Caritas und Diakonie statt. Darüber hinaus gibt es im KaDeWi eine Abgabestelle für den Enser Warenkorb. Heine: „Wenn möglichst viele regelmäßig beim Einkauf ein Teil mehr einpacken, als sie selbst benötigen, kann damit vielen bedürftigen Menschen geholfen werden.“

Lebensmittelspenden können auch direkt im Enser Warenkorb abgegeben werden – und zwar montags von 9 bis 10 Uhr sowie dienstags und freitags von 8.30 bis 10.30 Uhr. Die Lebensmittelausgabe an Bedürftige erfolgt dienstags und freitags in der Zeit von 13.30 bis 16 Uhr. Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.enser-warenkorb.de

Wickedes Bürgermeister Alexander Heine zu Besuch im Enser Warenkorb, wo sich Ehrenamtliche um Vorsitzende Doris Keysselitz (Mitte) auch um zahlreiche Kunden aus Wickede kümmern. Foto: Treller / Gemeinde Wickede (Ruhr)