Glasfaser für Wickedes Unterwelt

Pilotprojekt liefert Daten zu den Wassermengen im Kanalnetz. Für mehr Informationen auf "weiterlesen" klicken.

Der technische Fortschritt wird in Wickede (Ruhr) auch unter der Erde organisiert. Mit einem Pilotprojekt wurden jetzt Glasfaserkabel für Mess- und Steuerungszwecke in Teilen des Kanalnetzes verlegt. Die Maßnahme erfolgte durch die Gemeindeverwaltung in Zusammenarbeit mit einem Fachunternehmen für Kanalroboter und dem Ruhrverband. Ausgangspunkt war, Wassermengen an zentralen Stellen und Störungen an wichtigen Pumpstationen zukünftig genau verfolgen zu können. Das ist unter anderem bei Starkregenfällen mit Überschwemmungsrisiken wichtig.

„Wir möchten unser Datenlager über die Ab- und Regenwassermengen im Kanalnetz deutlich verbessern und in Zukunft am besten im Einzelfall auch schon einmal per Kamera vorab einschätzen können, ob beispielsweise bei Pumpenproblemen ein unverzüglicher Arbeitseinsatz unserer Fachleute vom Bauhof nötig ist“, erläutert Christian Dress, der im Rathaus für den Tiefbau zuständig ist. „Aufgrund unserer Berg- und Tallagen sind gerade die Pumpstationen für das Abwasser eine sehr sensible Infrastruktur“, so Bürgermeister Dr. Michalzik.

Bereits 2018 wurden beim Glasfaserausbau viele kommunale Pumpstationen an das Glasfasernetz angeschlossen wurden. Das Pilotprojekt ergänzt diese Anbindungen, mit denen die Überwachung des örtlichen Kanalnetzes digitalisiert wird. Als Versuchsgebiet dienen Leitungen unterschiedlicher Querschnitte, die unter Ackerflächen in Echthausen liegen. Diese sind für das Kanalnetz bedeutsam, gleichzeitig aber nicht durch Tiefbaumaßnahmen belastet. Dabei kam ein eigener, zum Verlegegerät für Leerrohre umgebauter, Kanalroboter zum Einsatz. Die Fachzeitschrift für kommunale Infrastrukturen „BI-Umweltbau“ zog jetzt das Fazit, dass das Experiment ,,rundum geglückt“ sei.

Das schätzt auch Christian Drees so ein, nachdem jetzt – ein Jahr nach der Installation der Rohre und der Inbetriebnahme der Glasfaserleitungen Kabel – eine Kamerakontrolle gezeigt hat, dass keine Probleme wie störende Ablagerungen an Kabelhalterungen aufgetreten sind. Ob das Verlegeverfahren sogar „ökonomisch und ökologisch vorteilhaft“ sein könnte, bei schwierigen Geländeverhältnissen durch kleine Abwasserleitungen an Privathäuser zu führen, wie das Fachblatt schreibt, bleibt für das Rathaus aber erst einmal „weiteren Probeläufen andernorts vorbehalten.“

Der zum Verlegegerät umgebaute Kanalroboter zog die Leerrohre in die Kanäle.