5,2 Millionen "im Rücken" - Finanzvorsorge der Gemeinde deutlich verbessert

,,Für mögliche Finanz-Rückschläge durch eine eventuell schwächere Wirtschaftskonjunktur ist die Gemeinde Wickede (Ruhr) wieder besser aufgestellt“, schätzen im Rathaus Bürgermeister Martin Michalzik und Kämmerer Christian Wiese ein. ,,Die Ausgleichsrücklage, die Ende 2014 auf Null Euro gesunken und Ende 2017 mit rund 3,1 Mio. Euro gefüllt war, kann um 2,1 Mio. Euro auf 5,2 Mio. Euro aufgestockt werden".

Das zeigen die aktuellen Berechnungen zum Jahresabschluss 2018, der aktuell im Rathaus fertiggestellt wird.

Daneben kann auch die Allgemeine Rücklage um 1,0 Mio. Euro auf rund 10,5 Mio. Euro verstärkt werden. ,,Die Verbesserung von insgesamt 3,1 Mio. Euro schafft eine angemessene Risikovorsorge jedenfalls für die Haushalte 2020 und 2021“.

Extremes Auf und ab bei Einnahmen

Die Ausgleichsrücklage ist ein Finanzpuffer, um unerwartete Einbrüche bei den eigentlich erwarteten Einnahmen abzufangen. Dies war bei der Gemeinde Wickede (Ruhr), wie bei fast allen Kommunen in Deutschland der Fall, als die Nachwirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 zu verkraften waren. So wiesen seitdem allein Einnahmen bei den Gewerbesteuern in der Ruhrgemeinde Schwankungen zwischen 3,5 Mio. und (aktuell) über 11,5 Mio. Euro im Jahr auf. ,,Das ist ein dramatisches Auf und Ab, das für Planung und Verwaltung des Haushaltes extrem schwierig war“.

Reicht der Finanzpuffer aus der Ausgleichsrücklage nicht mehr aus, um solche fehlenden Einnahmen aufzufangen, muss die Allgemeine Rücklage in Anspruch genommen werden. Ab gewisser Schwellenwerte muss sogar ein Haushaltssicherungskonzept für mehrere Jahre aufgestellt werden. Damit kann die Gemeinde manche Aufgaben in dieser Zeit nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt ausführen. Das war zuletzt von 2013 bis 2017 der Fall. Folge war u.a., dass nur relativ wenig Geld für Straßenreparaturen eingesetzt werden durfte. Auch Zuschüsse für Vereine und Kosten von Freizeit- und Kultureinrichtungen unterliegen dann strenger Beobachtung.

Die Buchhaltung für 2018 bestätigt die Erwartungen, dass auch für die Schulden der Gemeinde nach einem zwischenzeitlichen Anstieg eine Kurskorrektur erreicht wurde. Sie belaufen sich am 31.12.2018 für den sog. Kernhaushalt der Gemeinde auf 23,6 Mio. Euro.

Schuldenanstieg gewendet - ,,Dispo" auf 0

Für die Jahre 2016 und 2017 wies die amtliche Statistik hier Beträge von 27,8 und 28,9 Mio. Euro auf. Davon entfiel ein großer Betrag von fast 10 Mio. Euro auf sog. Kassenkredite, gewissermaßen der ,,Dispo“ der Kommune. Als langfristige Auswirkung der Wirtschafts- und Finanzkrise bzw. der Haushaltssicherung konnten längere Zeit laufende Ausgaben nur so finanziert werden.
Diese von Zinssteigungen besonders bedrohten Kredite wurden jetzt komplett abgebaut. Ein Drittel wurde als ,,Altlast“ in langfristige Kredite mit sehr niedrigen Zinsen überführt, die schrittweise getilgt werden. Rund zwei Drittel konnten zurückgezahlt werden.

Kredite für neue Werte: 8 Mio allein seit 2015 für Schule

Im aktuellen Schuldenstand von 23,6 Mio. Euro schlagen insbesondere 8 Mio. Euro für Um- und Neubau der Sekundarschule zu Buche.

Im Auf und Ab der Kreditfinanzierung von Investitionen liegt die Gemeinde Wickede (Ruhr) mit 23,6 Mio. Euro wieder bei einem Schuldenbetrag im Kernhaushalt, wie er bereits 2006 und 2012 betrug. Ein Tiefstand war 2008 mit 18,4 Mio. Euro erreicht. Die nächsten Investitionen, die sich wirtschaftlich nur mit größeren Krediten werden finanzieren lassen, sind absehbar die neue Drehleiter für die Feuerwehr und bauliche Verbesserungen an den Grundschulen und am Bürgerhaus.