3,2 Millionen Euros für Steppkes

Die Betriebskosten der sechs Einrichtungen schwanken zwischen 440. 000 und 460.000 Euro. Darin stecken vorwiegend die Personalkosten. Zwei Kindergärten sind kommunal, das sind der Max- und Moritz-Kindergarten in Echthausen und der Regenbogen-Kindergarten in Wiehagen. Von einer privaten Elterninitiative wird die Kita Mini-Max getragen. Der St. Antonius-Kindergarten, der St. Josefs-Kindergarten und der St.  Marien-Kindergarten, die zugleich Familienzentrum im Verbund sind, gehören zur Kita Hellweg GmbH. In ihr sind regional die Kindergärten organisiert, die früher direkt von den Kirchengemeinden verwaltet wurden.

1,2 Millionen Euro der laufenden Kosten bezahlte im Kindergartenjahr 2017/2018 das Land Nordrhein-Westfalen. Weitere 1,4 Millionen kamen aus der Kasse des Kreises Soest. "Hier fließt ein Teil der sog. Kreis- und Jugendamtsumlage nach Wickede zurück“, erläutert Bürgermeister Dr. Martin Michalzik: „Rund 9 Millionen Euro führen wir jährlich an den Kreis Soest ab. Davon werden Aufgaben mitfinanziert, für die es unwirtschaftlich wäre, sie in jedem einzelnen kleinen Rathaus wie in Wickede (Ruhr), Ense oder Welver selbst organisieren zu lassen. Das betrifft z. B. die Straßenverkehrsbehörde. Ein weiterer großer Bereich, der gesetzlich so geregelt ist, sind eben die Aufgaben im Bereich der Kinder- und Jugendpflege. Dazu gehören die Kindertageseinrichtungen“.

Die Gemeinde Wickede (Ruhr) finanziert ihre beiden eigenen Kindergärten darüber hinaus mit jeweils rd. 80.000 Euro mit, die direkt aus dem Gemeindehaushalt fließen. Für die vier privaten Kindergärten schießt die Kommune auch einen Zuschuss von insgesamt ca. 85.000 Euro zu.

"Diese Beträge zeigen, dass die privaten Träger und insbesondere die öffentliche Hand erhebliche Summen aufbringt, um den Wickeder Jungen und Mädchen im  Kindergartenalter beste Voraussetzungen für die wichtigen sozialen Erfahrungen in einer Kindertageseinrichtung zu schaffen. Dazu kommt das in den zurückliegenden Jahren ausgebaute Angebot an Plätzen für Kinder bis 3 Jahren“, meint Michalzik. Dies trage dem Wunsch vieler Eltern Rechnung, Familie und Berufstätigkeit zu vereinen.

In den Beträgen für die laufenden Kosten sind noch keine Summen enthalten, wenn private Träger und Gemeinde Baumaßnahmen an ihren Einrichtungen investieren. Für die Gemeinde erinnert Dr. Michalzik hier daran, dass im Altbau der früheren Westerheideschule Echthausen vor kurzem zusätzliche Räume geschaffen wurden, um hier eine Kindertagesgruppe unterzubringen, als im Kindergarten selbst eine dritte Gruppe einzurichten war.

Dr. Michalzik und die für Bildung und Kultur zuständige Fachbereichsleiterin Susanne Modler im Rathaus schätzen ein, dass die Nachfrage nach frühkindlichen Betreuungsmöglichkeiten in den kommenden Jahren wächst. „Wie wir darauf mit zusätzlichen Plätzen reagieren können, besprechen wir mit dem Kreis Soest, mit den privaten Trägern und natürlich mit den Kindergartenleitungen in den kommenden Wochen. Die bisher gute Zusammenarbeit schafft die Basis, miteinander diese Aufgabe zu meistern“, sind beide überzeugt.

"Gemischt bis skeptisch" schätzt der Bürgermeister dagegen die aktuellen Initiativen auf Bundes- und Landeseben ein. Dazu gehöre das sog. "Gute-Kita-Gesetz“ des Bundes und die Idee der Landespolitik, auch das zweite Kindergartenjahr komplett beitragsfrei zu stellen. "Das „Gute-Kita-Gesetz ist zum einen Fortschritt. In den Rathäusern sehen wir zum anderen mit großer Sorge, dass die Finanzierung nur für vier Jahre gesichert ist. Bleiben wir dann auf den Kosten, die ab da natürlich weiterlaufen, alleine sitzen?“

Diese Bedenken habe er auch bei der Abschaffung von Kindergartenbeiträgen. "Das klingt populär und sozial. Aber geringverdienende Familien sind heute schon oft von Kindergartenbeiträgen befreit oder tragen eine überschaubare Beitragslast“. Von einer Abschaffung der Elternbeiträge würden hingegen Familien mit großen Einkommen am meisten profitieren. "Darüber entscheidet am Ende der Landtag. Als Bürgermeister beschäftigt mich vorrangig, ob es dann für unseren Einnahmeausfall einen Ausgleich vom Land gibt, der wirklich dauerhaft ist?“


Mit freundlichen Grüßen
Martin Michalzik

 

*Die Zahlen stammen aus dem vorläufigen Leistungsbescheid des Kreises Soest. In der Endabrechnung können sich Anteile geringfügig ändern. Daher sind die o.a. Zahlen gerundet.