„Kinder trauern anders“ – Ausstellung im Rathausfoyer eröffnet

Zu sehen gibt Exponate und Informationen aus dem Projekt „Sommerland“

Vom 28. Oktober bis zum 22. November 2019 sind im Rathausfoyer Exponate der Trauergruppe „Sommerland“ zu sehen. Die stellvertretende Bürgermeisterin Gertrud Martin als Schirmherrin eröffnete die Ausstellung heute zusammen mit Anna Möllenberg aus dem „Sommerland“-Team. Mit dabei waren auch Vertreter aus den Kindertageseinrichtungen und den Schulen.

Nach der Begrüßung durch Gertrud Martin gab Anna Möllenberg einen umfangreichen Einblick in die Arbeit und das Wirken der Kinder- und Jugendtrauergruppe „Sommerland“.

Kindern wie auch Jugendlichen, die einen nahen Angehörigen verloren haben, bieten die Trauergruppen einfühlsame Begleitung an.

„Zur Trauerverarbeitung gehören nicht nur Gefühle wie Wut oder Verzweiflung“, weiß Anne Möllenberg, die im „Sommerland“ die Jugendgruppen betreut. Es wird auch gemeinsam gelacht. „Da alle Kinder und Jugendlichen in den Gruppen die gleiche Erfahrung gemacht haben, gibt es eine niedrigere Hemmschwelle, sich zu öffnen“, berichtet Möllenberg.

Um die Trauer zu verarbeiten gehören auch Tages- und Wochenendausflüge zu den Angeboten in den Gruppen. Diese bieten noch mehr Zeit für eine intensive Auseinandersetzung mit den Gedanken und Gefühlen der jungen Menschen. Außerdem stärken sie das Gefühl der Zusammengehörigkeit bei den Kindern und Jugendlichen. „Die Trauergruppen kommen nach kurzer Zeit oft alleine ins Gespräch, so dass ich als Betreuerin auch nicht permanent ‚moderieren‘ muss“, erzählt Möllenberg von den regelmäßig stattfindenden Treffen.

Neben der Betreuung der Kinder und Jugendlichen werden auch die erwachsenen Angehörigen in ihrer Rolle als Begleiter der jungen Menschen gestärkt. „So gehen sie mit ihren Kindern den Weg durch die Trauer, erfahren immer wieder auch fröhliche Momente und entdecken ganz langsam das Leben wieder neu“, heißt es in dem Infoflyer vom Projekt „Sommerland“.

Die Ausstellung gibt verschiedene Eindrücke in die Arbeit der Trauergruppe. Kreative, aussagekräftige Bilder und selbst gestaltete Grablichter geben ebenso einen kleinen Einblick in die außerordentliche Lebenssituation, wie Songtexte oder aufgeworfene Fragen und Gedanken, mit denen die Gefühle verarbeitet werden.

Die Möglichkeit, sich im Wege einer Ausstellung dem Thema Tod und Trauer zu nähern, hält die Trauergruppe „Sommerland“ für ein wichtiges gesellschaftliches Angebot. „So kann die Gesellschaft für dieses Tabuthema sensibilisiert werden und dem oft totgeschwiegenen Thema eine Stimme gegeben werden“.

Die Ausstellung im Rathausfoyer steht allen Interessierten zu den Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung offen. Ergänzend zu den Exponaten erhalten Sie allgemeine Informationen zur Trauergruppe „Sommerland“.

Das „Sommerland“ ist ein Angebot der Diakonie Ruhr-Hellweg e. V. und hat sein Zuhause in Soest. Weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.diakonie-ruhr-hellweg.de/angebote/hilfe-in-not/sommerland/