Geschichte ins Licht setzen

Die Entwicklung von Wickede (Ruhr) zum Wirtschaftsstandort und zur Industriegemeinde verbindet sich eng mit der wasserwirtschaftlichen Nutzung der Ruhr. Zum einen zur Energieerzeugung am Ort selbst, zum anderen späterhin auch zur Regulierung des Ruhrwasserstands und mit der Trinkwassergewinnung. Die Stauwehranlagen auf dem  Gemeindegebiet sind dafür wirtschaftsgeschichtliche Zeugnisse, die als technische Sonderbauwerke interessant und im Fall des sog. Trommelwehrs auch von überörtlicher Bedeutung und daher denkmalgeschützt sind. Wickede (Ruhr) hat kaum Gebäude von besonderer Bedeutung bzw. Außenwirkung. Auch aus diesem Grund sowie aus der ortsprägenden Lage am Flusslauf ist reizvoll, den augenfälligen Wehranlagen besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Die Gemeinde hat daher ermitteln lassen, ob und mit welchem absehbaren Aufwand zwei Wehranlagen an der Ruhr ansprechend beleuchtet werden können. Dabei handelt es sich um das sog. Trommelwehr am Zulauf des Obergrabens in die Ruhr und das westliche Stauwehr mit dem Abzweig zum Altarm der Ruhr. Das Trommelwehr ist Landeseigentum. Das westliche Stauwehr ist im privaten Besitz der Sauerländische Wasserkraftwerke GmbH in Brilon.

Die entsprechende Machbarkeitsuntersuchung durch das Lichtplanungsbüro TLV in Wickede (Ruhr) und das Umweltbüro Hahn in Essen erfolgt als Projekt mit Förderung aus dem LEADER-Programm der EU und des Landes NRW. Sie hat ergeben, dass

  1. eine ansprechende lichttechnische Inwertsetzung beider Wehranlagen möglich ist,
  2. sich dafür in besonderer Weise das Trommelwehr eignet,
  3. sie umsetzbar ist, wenn  mit dem Naturschutz abgestimmte Lichtspektren eingehalten werden, eine zeitliche Steuerung erfolgt und weitere Rahmenbedingungen abgesteckt werden. Fledermausarten, die einen hohen Schutz genießen, sowie Eisvögel im Ruhrtal sind zu beachten. Aus Sicht des Naturschutzes ist auch den Fischen Beachtung zu schenken. So sollen Abstrahlwirkungen des Lichtes ins Wasser vermieden werden.

Entsprechende Untersuchungen dazu sollen in 2020 erfolgen. Wenn mit der artenschutzrechtlichen Prüfung eine Verständigung mit dem Naturschutz erzielt werden kann, ist der Rat in der Lage, abschließend zu entscheiden, ob das Vorhaben tatsächlich verwirklicht werden soll. Die Kostenberechnung für die Lichttechnik am Trommelwehr beläuft sich auf rund 44.000 Euro. Hinzu kommen noch Herstellungskosten für den nötigen Stromanschluss, ggfs. an die vorhandene Wegbeleuchtung. Möglich ist, dies über LEADER mit 65% fördern zu lassen. Für den verbleibenden Rest könnte auch versucht werden, in der Gemeinde Sponsoren für dieses Projekt zu finden, dass Wickede (Ruhr) – in den dunkleren Jahreszeiten – ein besonderes Merkmal unter den Ruhr-Anliegergemeinden geben würde.